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Glossar

Leistungssport


Leistungssport: hier der langfristig geplante Leistungsaufbau vom Schüler bis zum Weltmeister

Der Leistungssport beinhaltet eine breite und wissenschaftlich fundierte Nachwuchsarbeit, die den Athleten zielgerichtet zum Spitzensport führen soll. Dies bedingt eine ständige Optimierung der Strukturen des Leistungssportes und seiner Personen.

Die großen Erfolge des Verbandes in den Vorjahren sind die Bestätigung einer breit angelegten Basisarbeit, die langfristig angelegt, in einem zielgerichteten Zusammenhang mit dem Spitzensport steht. Sie begründet sich auch in der Synthese des modernen Wettkampfsportes mit der traditionellen Kampfkunst Karate-Do, die den Athleten/innen den Weg einer allumfassenden Persönlichkeitsbildung weist.

Für den DKV sind die erfolgreichen Grundpfeiler seiner Sportpolitik: 1. Die Trainerausbildung
2. den Athleten, der Nachwuchsförderung vom Kind bis zum Weltmeister
3. das Trainerpersonal
4. die Förderstützpunkten
5. dem Lehrgangssystem
Dabei ist die Talentsuche, Talenterfassung und –förderung die Grundlage allen Tuns und wird entsprechend gewichtet. Neue Trainingsinhalte, neue Trainingsformen und altersbedingte Wettkampfformen sind die Herausforderungen, denen sich der Leistungssport kurzfristig stellen muss.

Organisations- und Führungsstruktur
Der Leistungssport gliedert sich in
a) die ehrenamtliche Sportführung (Bundesversammlung, Präsidium),
dem Aktivensprecher
den Leistungssport-Referenten der Landesverbände
b) den hauptberuflichen und nebenberuflichen Bundestrainern und dem Sportdirektor
c) den Kommissionen
- der wissenschaftliche Kommission
- dem Team Leistungsdiagnostik
- der Wettkampfkommission
- der medizinischen Kommission
- der Kampfrichterkommission

Dabei ist sich der Spitzensport durchaus bewusst, dass er, um erfolgreich sein zu können, nicht nur von der Sportführung zur Basis hierarchisch strukturiert sein muß. Auch die Basis selbst hat erhebliche Möglichkeiten an den Entscheidungen der Sportführung zu partizipieren. So sind der Aktivensprecher und die Landesverbände durch ihre Leistungssport-Referenten in den entscheidenden Gremien mit Sitz und Stimme vertreten, um einen demokratischen und auch streitbaren Dialog zwischen der Sportführung auf der einen sowie der Basis auf der anderen Seite zu ermöglichen.

Kaderorganisation
Der Aufbau der Nationalmannschaft wird im jährlichen Rhythmus durch den Strukturplan und die Kaderkriterien des Verbandes geregelt. Dieser Strukturplan wurde nach den Richtlinien des DOSB erstellt. Er wird im Rhythmus der World Games alle vier Jahre überarbeitet und den veränderten Notwendigkeiten und Gegebenheiten angepasst.

Talentsichtung und Talentförderung
Für das Erreichen hoher sportlicher Leistung ist ein langfristig wirksamer Leistungsaufbau in der Talentsichtung und –förderung entscheidend. Im Interesse eines fachgerechten Aufbaues setzt die Talentsuche ab dem zwölften Lebensjahr ein, nachdem in Grundausbildung/Grundlagentraining eine vielseitige allgemeinsportliche Ausbildung erfolgte, die dann im Folgenden durch hohe Anforderungen an die Athletik der Athleten weiter verfolgt werden sollte.

Die Sichtung und Einteilung in die Talentkader der Länder erfolgt je nach Landesverband unterschiedlich nach vorgegebenen Kriterien:
Erfolge bei Kinder- und Schülermeisterschaften (altersbedingte Wettkämpfe)
Technische Fähigkeiten
Sportmotorische Eigenschaften (Athletik)
Psychische Fähigkeiten
Lernfähigkeiten

Die jungen Karateka werden zunächst auf der Vereinsebene erfasst, bevor sie dann nach der Sichtung in die Stützpunktfördergruppen der Länder integriert werden. Die Fördergruppen gelten als überregionale Trainingsgemeinschaften talentierter NachwuchssportlerInnen aus den umliegenden Vereinen. Sie bilden die untere Ebene eines langfristigen, gezielten und systematischen Trainingsprozesses.
Diese Fördergruppen Jugend sind in den Ländern die wichtigste Stütze der Talentsichtung. Die Maßnahmen in diesen Gruppen schaffen die Voraussetzung zur Aufnahme der Besten in die D-Kader der Länder womit sie die Ausgangssituation zur Aufnahme in die D-Kader erreicht haben.
Daneben findet eine große Zahl von Veranstaltungen statt, mit dem Ziel:
dem Erfolgsdenken der Schüler und Jugendlichen zu entsprechen
und die herausragenden sportlichen Leistungen anzuerkennen.

Bundeskader
Die bereits auf Länderebene gesichteten AthletInnen werden auf Bundesebene nach Erfolg bei Deutschen Meisterschaften in die Bundeskader (C-, B- und A-Kader) berufen.

Mit der Aufnahme in die D/C- oder C-Kader wird die letzte und zugleich schwierigste Phase des Aufbaus, das Spitzentraining eingeleitet. Schwierig vor allem deshalb, weil im 17. und 18. Lebensjahr berufliche und schulische Abschlussprobleme mit den Doppelbelastungen Schule und Spitzensport zusammenfallen. Formschwankungen und Abbrüche sind daher nicht selten. Obwohl das Talent zwar weitgehend technisch ausgebildet ist, fehlt es an Erfahrung und Stabilität. Gerade dann ist die Führungsqualität der TrainerInnen im besonderem Maße gefordert.

Eine Rahmentrainingskonzeption und einheitliche Rahmentrainingspläne liegen vor und werden jährlich durch den wissenschaftlichen Koordinator, Rudi Eichert, vorgelegt und mit den Athleten besprochen. Hiermit soll die Zusammenarbeit zwischen den für die Jugend verantwortlichen Trainern gefördert werden und der Kontinuität auf dem Weg vom Talent zum Weltmeister gewährleistet werden.

Die Karate-Nationalmannschaft besteht aus den A-, B- und C- und D/C-Kadern die aufgrund bestimmter Erfolge bei den Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften die Plätze 1-3 erringen konnten. Die Zahl dieser AthletInnen kann für Kata und Kumite höchstens 90 betragen.

A/B-Kader Kumite Männer 14 Athleten
A/B-Kader Kumite Frauen 8 Athletinnen
C-Kader Kumite Männer 16 Athleten
C-Kader Kumite Frauen 10 Athletinnen
D/C-Kader Kumite Jungen 10 Athleten
D/C-Kader Kumite Mädchen 8 Athletinnen
A-D/C-Kata Männer 12 Athleten
A-D/C-Kata Frauen 12 Athleten

Das Wettkampf- und Traningssystem
Der stetig steigende Anspruch im Spitzensport spiegelt sich in erster Linie im Wettkampf- und Trainingssystem und seiner konkreten Ziele wider. Hohe Trainingsqualität und –quantität im Ganzjahrestraining sind unabdingbare Voraussetzungen im Karate-Sport.

Ziele des Trainingssystems sind Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften. Zu diesen Meisterschaften wird für jeden teilnehmenden Athleten eine zielorientierte, periodisierte Trainingsplanung erstellt, welche jeweils eine Weiterentwicklung der vorangegangenen darstellt.

Die erfolgreiche Teilnahme an Deutschen Meisterschaften, deren Teilnahme allerdings durch eine erfolgreiche Teilnahme bei einer Landesverbandsmeisterschaft limitiert sind, wie auch die Teilnahme an der German Open (der internationalen Deutschen Meisterschaft), deren Teilnahme allen Karateka mit der entsprechenden Mindestgraduierung offen steht, sind ein „Muß“ auf dem Weg in die Nationalmannschaft.

Außerdem ist die Teilnahme an den Turnieren der Golden League und ausgewählten Turnieren wichtig um in der Nominierungstabelle für die anstehenden Europameisterschaften die notwendigen Qualifikationspunkte zu sammeln.

Die zentralen Maßnahmen
Das sportartspezifische Training für die Athleten ist sehr zeit- und personalintensiv. Äquivalente Trainingspartner stehen in den Heimatvereinen und auch in den Landesverbänden kaum in ausreichendem Maße zur Verfügung, so dass auf Bundesebene jährlich ca. acht Bundeskaderlehrgänge durchgeführt werden. Deshalb ist das System des zentralen Trainings, trotz der Kosten und weiten Anfahrtswege, für die höchsten Bundeskader von absolutem Vorrang.

Die dezentralen Maßnahmen
Neben diesen zentralen Maßnahmen baut der DKV sein Förderstützpunktsystem weiter aus, um vor allem für den Nachwuchsbereich die dezentrale Trainingsarbeit zu verbessern. Neben dem Vorteil, dass Schul- und Berufsausbildung weniger gestört werden, kann dort der Trainingsumfang wesentlich erhöht und die organisatorische Arbeit gestrafft werden.
Neben den offiziellen Bundesstützpunkten Waltershausen und Ludwigsburg werden gegenwärtig vom DKV auch Duisburg, Frankfurt und Friedrichshafen als Förderstützpunkte anerkannt.

Ausblick
Trotz dieses hervorragenden Konzeptes und der Qualität der Trainerpersönlichkeiten werden künftig weitere erhebliche Anstrengungen zu leisten sein, um Trainingsinhalte, -umfänge und der Einsatz trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse im langfristigen Leistungsaufbau besser für das Erbringen von Höchstleistungen einzusetzen.. Die Anstrengungen werden umso größer sein müssen, als die Erfolge bei der letzten Weltmeisterschaft in Finnland in 2006 nicht den Erwartungen unseres Verbandes entsprachen. Es wird sicherlich ein stärkeres Umdenken, besonders im Bereich des langfristigen Trainingsaufbaus erforderlich sein. Auch der Leistungssport befindet sich im Umbruch.

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